“Irgendwann kam meine Mutter runter und sagte: Es wird zu laut”

Interview mit Trndmusik.de:

1985 wird Nils Weimann in Würzburg geboren und fängt früh an verschiedene Instrumente in einer Band zu spielen. Im Interview mit trndmusik erzählt der sympathische Bayer, warum er sich seit knapp drei Jahren in Offenbach viel wohler fühlt und wie er zur elektronischen Musik gefunden hat.

trndmusik: Wie beschreibst du selbst deinen Sound und seit wann legst du auf?

Nils: Ich nenne es eine Mischung aus deep, treibend, housig und vor allem groovig. Angefangen hat das alles, da war ich 17 Jahre. Mein damaliger Ausbildungsleiter war auch DJ zu der Zeit und Resident im “Planet House” in Schweinfurt. Er bekam immer die Promo Releases zugeschickt und von denen hab ich mir dann immer mal welche mit nach Hause genommen. Am Anfang hatte ich erst nur ein Direkt-Abspielgerät, mit dem ich mir die Platten nur anhören konnte. Von meinem Ausbildungsgehalt konnte ich mir irgendwann den zweiten Plattenspieler kaufen. Und danach noch einen Mixer. Daraufhin habe ich im Keller das Auflegen versucht, bis meine Mutter runter kam und sagte: “Es wird zu laut“.

trndmusik: 2010 erschien die „Manoi EP“ auf Sonido mit den Jacuzzi Boys und wurde von vielen Dj’s hoch unter runter gespielt. Hättest du diesen derartigen Erfolg denn erwartet?

Nils: Erfolg hört sich immer gleich so hochgestochen an. Was ich halt wirklich richtig geil fand, dass Tobi Neumann die “Manoi” fast in jedem seiner Sets gespielt hat. Uns sogar auch an einem Abend, an dem ich im Robert Johnson war. Das war natürlich ein Flash! Das erste Mal “live” habe ich sie im DC 10 von Tania Vulcano gehört. Ich hätte natürlich nicht damit gerechnet. Es ist halt eine zeitlose Nummer, irgendwie ein Sommer-Hit. Ich hoffe, dass noch viel folgt. Jetzt nach zwei Jahren erscheint sie sogar noch auf der aktuellen Cadenza-Mix CD von Luciano.

trndmusik: Als junger Kerl hast du schon Trompete und Schlagzeug spielen gelernt. Spielst du heute noch eines dieser Instrumente? Welche Musikalität hast du von den Instrumenten heute übernommen bzw. fließen diese Instrumente mit in deine Tracks ein?

Nils: Klar. Ich spiele heute noch nach wie vor Schlagzeug und Percussions. Um damals Geld zu verdienen und mir Platten zu kaufen, habe ich eine Zeit lang sogar Unterricht nebenbei gegen. In den Tracks arbeite ich Drums und Percussions mit ein und alles was deep klingt, wie zum Beispiel eine Bassline. Ich denke schon, dass ich ein gutes musikalisches Gehör habe und unterscheiden kann, was harmonisiert und was nicht. Für das Produzieren sollte man musikalisch sein.

trndmusik: Ben von Primitive Visions aus Offenbach ist für dein Booking zuständig. Wie kam es zu dieser Zusammenarbeit?

Nils: Das ist eigentlich ganz einfach. Vier gute Freunde von mir (die Jacuzzi’s, Ben und Jens) machen Primitive Visions. Und wir sind schon alle miteinander jahrelang befreundet. Da lag das irgendwie auf der Hand, dass man gemeinsame Sache macht. So sind wir alle vereint.

trndmusik: Was ist bisher schon alles von dir erschienen?

Nils: Alles, was bisher veröffentlicht wurde, ist unter dem Hause Jacuzzi Boys erschienen beziehungsweise habe ich alles gemeinsam mit Marc gemacht. Zum einem eben die Sonido Nummer 10, dann die “Can’t forget EP” auf Circus Records und letztes Jahr im April “La Guitarra” auf dem Berliner Label “Off” mit Clap Porter.

trndmusik: Was sind deine Pläne für 2012? Was erwartet uns?

Nils: Jetzt im Frühjahr kommt auf dem Label “Orion Muzik” von Danielo Vigorito ein Remix von mir, den Jacuzzi’s und einer von Dorian Paic raus. Der Künstler ist Irregular Synth und die EP wird “Flat One” heißen. Das Ganze wird nur als Vinyl erscheinen. Weiter liegen etliche andere Produktionen auf Halde und ich bin gespannt, was noch alles dieses Jahr passieren wird.

trndmusik: Du bist Resident der Veranstaltungsreihe „Clap“. Warum sollte man dieses Event unbedingt besuchen?

Nils: Na, weil da so schön geklatscht wird.

Das Interview führte Sarah Schlifter.


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