Nachtdigital Festival No. 17 x 2014

IMG_4060.jpg

Es ist Punkt 11.30 Uhr. Also noch ziemlich genau 218,5 Stunden bis zur Nachtdigital. Überall steigt der Vorfreudentaumel. Im Internet kursieren die ersten Post der Freunde, Labels oder DJs, die sich alle gemeinsam auf das erste Augustwochenende freuen. Und traditionell darf sich der gemeine ND-Besucher mittels alljährlichem Nachtdigital Podcast circa einen Monat lang in Richtung Festival-Feeling grooven. Dieses Jahr kommt das musikalische ND- Entree von den liebreizenden Manamana (KANN, Leipzig), die seit Jahren eng mit der Festivalperle verwoben sind.

Aber was macht Nachtdigital zu dieser Perle unter den ein-bis-mehr-tägigen Musikveranstaltungen auch über die Ländergrenzen Deutschlands hinaus?

Erstens: Das Bungalowdorf Olganitz zwischen Leipzig und Dresden gibt, neben der limitierten Besucherzahl von 3000 Peepz, dem Festival dieses “familiäre Flair”, von dem so häufig die Rede ist. Belagern wir nicht Anfang August das Dörfchen, fahren über das Jahr z.B. unzählige Klassen hier auf Schulfahrten. Und sind wir mal ehrlich – auch wir sind hier alljährlich auf Klassenfahrt, wenn wir nachmittags mit den Kumpels im See planschen oder im Schlauchboot Cornichons naschen und dann später die Nacht zum Tag machen. 

Zweitens: Liebe zum Detail. Ich möchte meinen, dass ich nun einige Festivals kenne. Somit darf ich mit Fug und Recht behaupten: Nachtdigital rangiert besonders im Hinblick auf Detailverliebtheit, Veränderung und Dekoration des Geländes auf den obersten Plätzen. Jedes Jahr, wenn sich 20.00 Uhr die Bühnen öffnen, durchstöbern 3000 Nachtdigitaler die Area, um noch vor den anderen Kameraden die neuen Installationen und Spielplätze des Wochenendes zu entdecken. Nachtdigital wird nicht müde und bietet uns jahrein jahraus ungewöhnliches und funkelnagelneues. 

Drittens: Das Lineup mixt in jedem Jahr Tradition und Innovation. Nicht selten, wenn ich über das Lineup mit Freunden spreche, höre ich: “Ich freue mich auf…., kenne aber auch so vieles andere schon wieder nicht!” Für jeden von uns ist immer wieder etwas Neues dabei, auf das wir uns, neben den gewohnten, lieb gewonnenen hiesigen Größen wie Robag Wruhme, Manamana oder Steffen Bennemann freuen dürfen. Dank wesentlich längerer Spielzeiten als wir das von anderen Festivals kennen, gelingt es uns somit auf Nachtdigital immer wieder von den bekannten und neuen Früchten zu kosten. Zusätzlich bekommen wir nun das dritte Jahr in Folge etwas für die Zeit dazwischen mit nach Hause: Dieses Jahr ein Scheibchen, geschmiert mit vier Tracks von Legowelt, Randweg, Perm und Praezisa Rapid 3000

Das Lineup hier im Schnelldurchlauf: Clara Moto X Cuthead X Dixon X Donato Dozzy X Doumen Records X Dream Weapons X Elisabeth X Heatsick X I-F X Job Jobse X Karenn X Laurel Halo X Legowelt X Manamana X Miles X Olivia X Optimo X Perm X Randweg X ROD X Robag Wruhme X Roman Flügel X Samaris X Samuel Kerridge X Siriusmo X Steffen Bennemann X Stellar OM Source 

Hinter dem Lineup verstecken sich einige Geheimtipps. Ich versuche mich kurz zu fassen. Stellar OM Source (Frankreich) heißt eigentlich Christelle und hat Musik studiert. Wenn ich das richtig überblicke, spielte sie dieses Jahr bislang einmalig in Deutschland im About Blank. Und das, obwohl ihr letztes Album ihre Liebe zu Synthie und Bassdrum projiziert und sie damit gehörig unseren Geschmack trifft. Spaßgarant für den Dancefloor wird u.a. Siriusmo sein. Auf Monkeytown zu Hause speißt sich sein musikalisches Potpourri aus Hip Hop, Techno, Jazz, Funk und ein Hauch Grotesk. Samuel Kerridge und auch Olivia Ungaro (Polen) könnte ich mir gut Freitagnacht auf der Mainstage vorstellen – dunkler, mystischer Techno at its best! Die isländische Band Samaris bestehend aus einer Klarinettenspielerin, einer Sängerin und einem Elektronik-Musiker bezeichnen ihren Sound selbst als eine Art Downtempo Electronica und Triphop. Die drei könnten uns zum Beispiel Samstag tagsüber den Nachmittag versüßen oder uns abends in die zweite Nacht schicken. Vielleicht wird Clara Moto noch einmal mit ihrem Remix zu “Ég Vildi Fegin Verða” an die Band erinnern. Wer vergangenes Wochenende zur Nation fuhr, wird sich bereits ein Bild über Randweg und ihren Sound gemacht haben und sich in knapp 14 Tagen zu ihrem Liveset am Strand einfinden. Letztmalig im Berghain im Juni diesen Jahres und nun auf Nachtdigital: Laurel Halo. Mehr muss man da eigentlich auch nicht sagen. Und wer Experimente und abgefahrenen Sound mag ist bei Heatsick auf jeden Fall an der richtigen Adresse. Ganz ehrlich! 

So und nun noch neun mal schlafen und dann sehen wir uns auch alle schon wieder im Bungalowdorf Olganitz zum New Year’s Eve. Bis dahin – Küsschen aufs Nüsschen! 


Leave a Facebook Comment

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *

You may use these HTML tags and attributes: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>