Dockville Festival 2013 x Liebe auf den ersten Blick

by Chalalit

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Liebe auf den ersten Blick.

Letzten Donnerstag ging es gen Norden. Weit in den Norden. Nach Hamburg um
genau zu sein, denn das siebte Dockville Festival im Hamburger Stadtteil
Wilhelmsburg zwischen kolossalen Schiffen, riesigen Speichern und jeder Menge Wasser
stand an. Wir können uns glücklich schätzen diese weite Reise endlich auf uns genommen
zu haben, um uns dann drei Tage in den Armen zu liegen, zu schwelgen, zu hören,
zu tanzen und zu genießen.

Nach einer durchzechten Nacht auf der Reeperbahn, einem Pudelbesuch in den
frühen Morgenstunden und zwei Stunden Schlaf im Auto mit freundlichem Weckruf des
Ordnungsamtes machten wir uns auf den Weg zum S-Bahnhof Veddel, denn hier
startete der Shuttle zum Dockville-Gelände. 13 Uhr Mittags – Festivalstimmung. Wem
es selber noch gar nicht so ging, dem wurde diese Stimmung spätestens mit der
Shuttlefahrt und der Anreise am Gelände einverleibt. Männer die palettenweise
Astra schleppen, Musik aus Ghettoblastern, närrisches Treiben, glitzernde
Schönheiten – so weit das Auge blickte.

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Wir taumelten über Gelände und Campingplatz. Das Auge wurde nicht müde, zu
keiner Zeit. Hier eine Bar, dort eine Hängematte, Holz, Container, Buntes,
Lebendiges, Schnaps aus Spritzen, Zelte zwischen Bäumen, in Wurfweite das
Wasser. Eine Fabelwelt – mitten in der Stadt, zu Besuch knapp 25.000 Fabelwesen
von nah und fern um für die kommenden drei Tage doch die Stadt da draußen
auszusperren. Alice hätte es hier sicher besser als in ihrem Wunderland
gefunden.

Nach einem ersten nicht-satt-sehen-können noch einmal schnell in die Stadt
zurück, Freunde zusammentrommeln, den Timetable akribisch studieren und
möglichst schnell zurück auf unsere Insel. Gesagt, getan. Gerade pünktlich
zurück um die letzten Klänge der sympathischen drei Mädels von HAIM zu lauschen
und mit The Lumineers einen perfekten Einstieg in das Festival zu finden. Kaum
erklang „Hey Ho“, rannten auch schon alle Spätankömmlinge zur Mainstage und
begannen einen ausgelassenen Sonnenuntergangstanz. „I belong with you, you
belong with me you’re my sweetheart.“
Es folgte eine Stunde Musik für die
großen Momente im Leben. Gerade richtig für die Mainstage zu dieser Zeit. Zu
„Stubborn Love“ lagen sich auch schon die ersten Festivalliebelein in den
Armen, während sich am Kanal links von der Bühne gelegen ein riesiger Frachter
vorbeischob und das Nebelhorn dumpf über das Gelände schallte. Wie großartig
kann ein Moment nur sein fragten sich sicher nicht nur wir. Da tropfte bereits
jetzt das ein oder andere Tränchen auf den staubtrockenen Boden, der Mond über
dem Gelände ließ diese trotzdem funkeln.

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Um 22 Uhr verließen The Lumineers die Bühne, dann Ruhe für 30 Minuten. Ein
Jever und einen köstlichen Burger später dann Foals mit meinem Lieblingstrack
„Cold Nights“ und wieder große Gefühle. Viel Herzschmerz später war es an der
Zeit tanzen zu gehen und die restlichen Areas zu begutachten. Beliebäugelt
wurde die Klüse und das Nest, kein Wunder, hier sollten wir uns in den
kommenden Tagen öfters wiederfinden. Aber auch das Butterland wurde früher oder
später immer angesteuert wenn es darum ging, letzte Reserven frei zu tanzen,
auch wenn die Beine schon Pudding waren. Und so endete mit ein paar
ausgeprägten Tanzstunden der erste wundervolle Tag Dockville mit der unbändigen
Vorfreude auf Tag zwei und einem straffen Zeitplan.

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Tag zwei begann bei abermals herrlichem Wetter für uns im Butterland mit
Erdbeerschnitzel. Das möge jetzt alles verdammt nach Essen klingen, stimmt aber
so nicht ganz. Erdbeerschnitzel ist auch keine Wortkreation aus RTL’s Mitten im
Leben. Nein, Erdbeerschnitzel das ist Tim Keiling, der hier einen sphärischen
Smoothie aus Funk, Disco und Hip Hop mixte um ihn anschließend zu servieren.
Slow und spacig. Optimal um diesen Tag zu starten. Fruchtig wie eine Erdbeere
und köstlich füllend wie ein Schnitzel. Die Sonne sucht sich ihren Weg durch
die Bäume und kitzelt den Tanzenden auf der Nase. Doch jetzt nur schnell fertig
getanzt. Gleich spielen die großartigen Crystal Fighters vor einer gefüllten
Mainstage. Vorlieb nahmen wir diesmal nicht im Getümmel – gefeiert wurde auf
Brücke über dem Camel-Stand am Ende des Geländes. „Beste Sicht heute“ würde der
Kapitän auf seiner Brücke sagen, beste Aussicht hatten zum Glück auch wir. Wer
denkt hier ging es etwas ruhiger von statten der täuscht sich, getanzt wurde
auch hier. Wenn auch nicht zu „Plague“ oder „Champion Sound“ dann spätestens zu
„I Love London“. „Willesden, Harlesden, Watford Junction, Junction. I Love
London.“-
ihr liebt London und wir lieben euch. Danke für die tolle Show.

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Bevor der große Run weg von der Stage begann, verabschiedeten auch wir uns und
besuchten Anika im Nest. Punk trifft Hip Hop trifft Elektronischen Sound. So oder
so ähnlich könnte – nein so kann man Anika’s DJ Sets eigentlich nicht
beschreiben, da sie unbeschreiblich ist und einen ebenso unbeschreiblichen
Sound spielt. Wieder wippt das rechte Knie, dann das Linke, später alles im
Gleichklang. Das Herz wippt weiter wenn’s die Knie nicht mehr machen wollen.
Alles wabert.

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Eine ausgedehnte Pause, ein Dinner und Besuch von Freunden
auf dem Campingplatz standen an und wieder fand man neue Details, traf andere
Menschen, trank einen anderen Drink und war pausenlos am entdecken während die
Sonne sich hinter dem riesigen Rethespeicher langsam senkte. Zurück zur
Mainstage. Das Licht verblich, Woodkid betrat die Bühne – „Baltimore Fireflies“
lies so ziemlich jedes Haar in die Waagerechte steigen. Orchestral, mystisch,
tiefgehend und erneut einer der größeren Momente dieses Wochenendes. Leider
musste wie so oft eine Entscheidung gefällt werden. Wo geht es hin? Woodkid vs.
Totally Enormous Extinct Dinosaurs – ein harter Kampf mit einer richtigen
Entscheidung für TEED wie sich herausstellte. Für uns folgte der Gig des
Wochenendes.

TEED betrat in neuem Gewand die Bühne und sorgte in der kommenden Stunde für
Ausnahmezustand im Vorschot. Neben „Garden“, „Households Good“ und all den
anderen Hits vom letzten Album „Trouble“ folgte auch mein absoluter Favourite
„Waulking Song“. Schöner hätte es nicht werden können. Ich wusste schon immer warum
ich auf Dinos stehe. Jetzt nur noch mehr.

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Eine Stunde Pause für uns bzw. unsere müden Beine. Eine Stunde rumliegen im
Brüllwürfel, um dann möglichst schnell zurück ins überfüllte Butterland zu
pilgern, wo unser Freund Christian Löffler gegen 1 Uhr spielte und für
kuschelige Stimmung sorgte. Wer Christian einmal live sehen konnte, kommt immer
wieder. Kein Wunder warum auch wir uns wieder in die erste Reihe strömten.
Christian spielte wie immer ein einmaliges Liveset mit vielen Tracks von seinem
hochgelobten Album, aber lies, soweit ich mich recht erinnere, auch Einblicke
in seine neuen Produktionen gewähren. Man darf noch gespannt sein, was wir noch
so zu hören bekommen werden.

Schnell weiter. John Talabot, unser absoluter Favourit am Producer- und DJ
Himmel spielte im Maschinenraum. Leichtfüßig tippelten wir durch die für uns letzte
Festivalstunde des heutigen Tages. Alle Maschinen volle Kraft voraus. Etwas
Disco, etwas Deep House und eine Brise Karibik – so wie wir John kennen und
lieben gelernt haben. Die Hüfte kreist und die Knie schwingen ein Letztes mal
für heute, bevor es in den verdienten Schlaf geht. Schande über unser Haupt für
einen verpassten Konstantin und doppelte Schande für das Verpassen von RSS
Disco
. Aber Beine brauchen auch Erholung, gerade wenn sie einem Sonntag noch
durch so viele Acts wie möglich tragen müssen.

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Fast frisch ging es in den letzten Festivaltag. Letzte Ressourcen werden mobilisiert.
Karens Omelette- und Gin-Frühstück tat das Übrige, bevor es ein letztes Mal auf
Pirsch ging. Ein Besuch von David Hasert war natürlich mindestens genau so
Pflicht wie ein späterer Besuch bei DJ Koze. Aber wie es das Hamburger Wetter
so will, wurde der letzte große Tanz die jährliche Schlammschlacht. Platzregen verhalf
den letzten Festivalbesuchern zu neuer Frische und zu so mancher neuer Farbe
auf Haut und Kleidung. So wurde der Tanz entweder barfuß in die Pfützen
verlagert, so manches Zelt zur schwimmenden Insel und vor Kozes Stage auch
schon mal ein Zelt zur Sicherheit aufgebaut um das musikalische Spektakel nicht
gänzlich zu verpassen. Natürlich ist der Dockville-Besucher auf alle
Eventualitäten vorbereitet und meine zu Beginn des Festivals gestellte Frage
nach: „Warum tragen alle Gummistiefel?“ hiermit beantwortet. Das konnten wir
als Dockville-Neulinge natürlich nicht wissen und wurde direkt auf der
To-Do-List für das kommende Jahr vermerkt. Der ausgelassenen Stimmung hat es
keinen Abbruch getan und bereits zu FM Belfast sog die Sonne die ersten Pfützen
wieder gen Himmel. Wer jetzt wirklich noch stehen konnte verbrachte die Nacht
bis zum Morgengrauen in der Klüse. Letztes Glitzer wurde verfeuert bis
schließlich alle friedlich in ihrem schwimmenden Zelt lagen.

Das war auch schon das Dockville. Wir hatten das wahrscheinlich beste Festival,
was man direkt in einer Stadt nur haben kann. Von den großen Acts bis zu den
kleinen Neuentdeckungen, vom Sonnenschein zum Regen und von der Deko bis zum
Sound ein Gewinn für Seele und Herz. Wir freuen uns auf das kommende Jahr.
Darauf die lieb gewonnen Bekanntschaften wieder zu treffen und alte Freunde in die
Arme schließen zu können. Groß.

Liebe auf den ersten Blick – es gibt sie doch noch.

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