MOXXOM OPEN AIR x 2013

by Paul Glaser

by Paul Glaser

Relativ
unbekannt, klein und umhüllt von sächsischer Prärie – Attribute die unsere
Neugierde bereits von Anfang an fesselten. Das Moxxom, ein kleines Festival in der Nähe von Görlitz an der
polnischen Grenze, ging dieses Jahr in die vierte Runde. Ohne einen Blick auf
die Line-Ups der letzten Jahre zu werfen, genügte vielen bereits das Sichten
der Moxxom-Frühsport-Videos um die Entscheidung zum Besuch zu treffen –
Knaller, doch dazu später mehr.

Angekommen.
Durchgeschwitzt hievten wir unsere Zelte und sonstige Festivalutensilien zum
hölzernen Bändchenausgabehüttchen am Hagenwerdener Zelt-
& Campingplatz.  Dort lösten
wir unser 33 Euro (!!!) günstiges Ticket gegen ein Festivalbändchen ein. Fasziniert
blickten wir zum Einlass, welcher durch schwarz-weiße Tücher abgehangen wurde. Hinter den Tüchern eröffnete sich für
uns eine neue Welt. Viele liebevoll gestaltete Dekorationselemente
schmückten den Weg entlang des Hagenwerdener
Sees zum Zeltplatz. Vorbei an der Zeltbühne, am Trampolin, der
selbstgebauten Bar, dem Zauberwald, dem Märchenzelt und vorbei an der 15m
langen Rutsche mit direkter Abschussrampe in den See. Dort sollten wir schon am
ersten Nachmittag grandiose Flugeinlagen sehen.

Es
folgten zeremonielle Riten auf dem Zeltplatz während der erste DJ, Sir
Shandy mox mox
, die Festivalbühne eröffnete.          

Hierauf
folgte die erste Band des Abends: Tourist.
Eine solide Performance, mehr jedoch nicht. Immerhin ergab sich die Möglichkeit
das Gelände näher zu erkunden. Eines der vielen Highlights war eine auf Wasser
projizierte Tänzerin. Auf Tourist
folgt das Duo Vimes aus Köln welches
umso mehr beeindruckte. Poppiger Sound, eine starke Stimme mit hohem Wiedererkennungswert
sowie ein äußerst sympathisches und demütiges Auftreten machten Vimes zu einem der Highlights des Moxxoms. Zusammenfassend stellte sich
der Auftritt vor allem als sehr authentisch dar – übrigens das wichtigste
Attribut, dass Künstler meiner Meinung nach auszeichnet. Eine Zugabe folgte
leider nicht, aber beim Blick auf das Line-Up war dies auch nicht weiter
tragisch – Session Victim! Bereits im Vorfeld freute ich mich auf das Duo,
bestehend aus Retreat-Labelchef Hauke Freer und dem „Gespenst
Von Altona“ Matthias Reiling. Einen fulminanten Start folgte ein
einminütiges ungewolltes Break. Kurz darauf das zweite unendlich währende
Break. Das nächste mal bitte etwas Klebeband an die Soundkarte. Musikalisch gestaltete
sich der Auftritt in den
verbleibenden 50 Minuten einwandfrei, aber die Performance am Pult schoss ein
wenig übers Ziel hinaus. Ohne Analgetika sind die Nackenschmerzen doch nicht zu
ertragen, oder Herr Reiling? An dieser Stelle legen wir dem Duo gern das
Motto des Abends nahe – „Less is more“

by  Elisa Böldicke

by  Elisa Böldicke

Getreu dem oben genannten Motto begab
ich mich zur Zeltbühne. Dort spielte der Erfurter DJ
Less. Ich wankte, noch immer mit den wunderschönen Klängen von Vimes im Ohr, an der Schminkecke vorbei
und beobachtete die vielen buntbemalten, verkleideten und perücketragenden
Tänzerinnen und Tänzer. Das Zelt war halb gefüllt und der unter anderem durch
Crazy Like A Fox Records, Enliven Music, dem
Chalalit Poddi #4 und als Mitveranstalter
des
koCOLORes Festivals bekannte Less begann sein Set sehr gut mit der
Caramelo002 EP. Unglaublich wie schnell sich das zudem fantastisch dekorierte
Zelt füllte. Ein Höhepunkt war die noch nicht veröffentlichte Platte namens
„Alice“.

Auf
der Mainstage hielt
Phillip Sollmann, besser bekannt als Efdemin, den nächsten
Slot inne. Mit ihm zur Primetime kann man als Veranstalter wohl wenig falsch
machen.
Efdemin wusste mit einem Mix aus gängigen Scheiben und
reduzierten Schiebern die Menge bei Laune zu halten, obwohl sich die Mainstage
deutlich geleert hatte. Aufgrund der Verzögerung im Laufe des Abends konnte
Efdemin leider nicht die komplette Playtime spielen. Doch auch Patrice Scott
hat mit harten Houseplatten aus Chicago und Detroit weiterhin für Stimmung
gesorgt. Insgesamt ohne große Überraschungen, dennoch absolut wirksam.

Von
den Strapazen der Nacht aufgewacht und mit Mückenstichen übersäht begaben wir
uns, bewaffnet mit unserer engsten Leggins, zum Frühsport. Angepriesen wurde
dieser zurecht mit: „Jede Kniebeuge schlägt ein wie eine
Atombombe, jeder Hüftschwung schleudert die Erdkugel aus ihrer Umlaufbahn:
M4OOO – das ist Energie in Reinform.“ Diese Energie spürten wir
schon bald. Durch hochgepitchte (Techno-) Klassiker von
Alphaville bis hin zu Brooklyn
Bounce 
und Benny Benassi fiel es
uns schwer die Beine stillzuhalten. Ganze 60 Minute durften wir klassische
Sportübungen (Atombombenkniebeuge, Liegestütze etc.), ausgefallene (sexuell
anstößige) Bewegungen und Yogafiguren nachturnen. Ein Highlight jagte das
andere. Der Schweiß lief nicht nur durch die sportlichen Impulse, sondern auch
durch ständig wiederkehrende Lachkrämpfe. Ganz großes Lob an das Aerobic-Trio
bestehend aus
Veggie B, DJ Raver Pic und The Real Aerobican Ass!!!

by  Elisa Böldicke

by  Elisa Böldicke

Frisch
und wach ging es weiter zum Bingo-mit-Ringo und dem Ableton Workshop mit Jens
Thomas
alias Monomood (Etui
Records
, Abstract Animal, Shtum). Der Workshop im Märchenzelt war informativ
und wurde durch den sympathisch sächselnden Jens gut gestaltet. Langeweile
sollte an den zwei Festivaltagen nie zum hervorscheinen kommen.

Das musikalische Rahmenprogramm startete am
frühen Samstagabend mit der Band Claire. Claire, das sind poppige Klänge von
einer fünfköpfigen Band – wieder eine
solide Performance, nicht mehr und nicht weniger. Ein unwohles Gefühl überkam mich, als die Band unbedingt erwähnen
musste, dass sie leider keine CDs zum Verkauf anbieten können, da diese bereits
restlos vergriffen seien. Es folgte ein kurzes Break und auf die Band folgte
der nächste DJ Act. Was sich Oskar
Offermann
zusammen mit Edward jedoch
an diesem Abend leistete hatte mit einem DJ-Set wenig gemein. An der bloßen
Aneinanderreihung schnöder 0815 Deep House Platten fanden wir einstimmig kein
Gefallen. Leider resultierte hieraus, dass wir die weiteren Acts des Abends
verpassten – Schande über unser Haupt.

Am Sonntagmorgen spielte Sir Shandy MoxMox noch die Afterhour auf der Hauptbühne. Musikalisch
ziemlicher Durchschnitt riss einen die gute Stimmung und das ein oder andere
Bierchen jedoch noch einmal mit. Kurz darauf wollte der Campingplatz in einem
ordentlichen Zustand der Natur zurückgegeben werden. Die Zelte wurden
demontiert und die Autos beladen. Ciao Moxxom!

Ein
Zusammenfassung fällt nicht schwer: ein sehr günstiger Eintrittspreis, super
Deko, gute Musik, kurze Gehwege, Flickering Lights überall, ein einzigartiges
Tagesprogramm, ein zahlenmäßig kleines Festival (800-900 Gäste) und ein angenehmes
Publikum. Was will man mehr? Moxxom,
wir sehen uns im Jahr 2014!

Words by Tim & Alex

 


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