Satta Outside Festival x Sventoji/Litauen

by Berit

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Eigentlich war das alles nicht geplant. Ganz entspannt sollte es werden. Keine Musik, kein schick machen, keine Parties. Also hat es uns Richtung Osten verschlagen und wir durchstreiften Tannenwälder, Steppen, Ghettos und Inseln zwischen Helsinki und der slowenischen Adriaküste.In Litauen jedoch stolperten wir aus Versehen in ein Festival hinein. Das Satta Outside Festival in Sventoji.

Am Ort des Geschehens angekommen, erwartete uns ein gemütlicher Kurort an der litauischen Ostseeküste, der niemals ein Festival erahnen ließ. Kleine Fachwerkhäuschen mit blumenübersähten Gärten, wunderschön saftig grüne Waldwege zum hinter Dünen verborgenen Strand und eine Promenade mit allerlei litauischer Leckereien.

Das Campinggelände erstreckt sich auf einer Weidefläche, die für Zelt -, PKW -  als auch Wohnwagengäste unterteilt ist. Den Füßen zu liebe ist das Festivalgelände nur 10 Laufminuten entfernt. Leider war dies nicht förderlich für das Einschlafen. Aber egal.

Nun gut, Zelt aufgebaut und husch Richtung Musik!

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Neugierig durchstreiften wir die verschiedenen Bühnen und Spots. Es gab Live-Bands, DJs, noch nie vorher gesehenes Essen, kleine Stände, Bars und Live-Paintings. Aber irgendwie haben wir nichts gespürt. Kein Festivalfeeling. Was war nur los?

Die Main Stage für alles Elektronische spuckte nur harten harten Bass aus. Boys Noize und Ed Banger Erinnerungen aus den wilden 2005ern breiteten sich aus. Das, was wir mit all den fluffigen Discobeats der letzten Jahre vergessen wollten, drängte sich uns nun hier in Litauen wieder auf. Wieso? Ist die musikalische Entwicklung so an uns vorbei gegangen oder schrammte sie an Litauen vorbei? Wir verstanden die Welt nicht mehr. Verstört zogen wir weiter zu den Live-Bands in der Arena. Auch hier scheiterten wir wieder mit dem fehlenden Zugehörigkeitsgefühl. Wir wollten Litauen nicht und Litauen wollte uns nicht. Ab zum Zelt. Frieren. Schlafen. 

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Aufstehen. Es überraschte uns ein morgendliches Wechselspiel aus Sonne mit gefühlten 30 Grad und trüben Wolken mit gefühlten 10 Grad. Trotz des launischen Wetters wollten wir den Strand erkunden und das kulinarische Angebot im Supermarkt auskundschaften. Unterwegs konnten wir noch ein paar Blicke auf die Live-Paintings erhaschen. Auch die Panke aus Berlin war vertreten und hatte einen urigen Space aufgebaut mit einer süßen Bar, einem kleinen Kino und Holz, Holz und Holz. Ein super Spot zum Verweilen. Aber der Supermarkthunger war größer. Die baltischen Länder scheinen eine Vorliebe für Back-als auch Kekswaren aller Art zu haben. Aus diesem Grund findet sich an jeder Ecke eine neue teigige Überraschung, der man sich hingeben möchte. Mit wahrscheinlich 50 Kekssorten und Wasser (ganz wichtig!) eingedeckt, machten wir uns auf den Weg zum Strand. Nur wo lang? Die wabernde Masse gab den Weg vor und wir folgten unauffällig.

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Das Städtchen zeigte sich von seiner schönsten Seite! Als wäre es nicht schon niedlich genug gewesen, haben wir nun auch die Unterkünfte der “Nicht-Camper” erblicken können. Holzhüttchen mit spitzwinkligen Dreiecksdächern, auf der Terrasse: lange blonde Haare, nackte Beine und der Duft von Sonnencreme. Zugegebenermaßen lag ein Hauch von Klassenfahrt in der Luft, was der ganzen Sache aber keinen Abbruch tat. Bäume und Häuser wurden lichter. Der Sand auf dem Weg wurde immer mehr. Plötzlich verschwanden die Menschen alle auf kleinen Wegen zwischen Dünen, die sich nach und nach vor uns auftürmten. Wir hielten inne und hörten Musik. Cool. Da ist auch eine Party am Strand? Nix wie hin!

Der Weg durch die Dünen stellte sich wahrlich als kleiner Kurzurlaub heraus. Über gebretterte Holzwege lief man auf und ab, nach links, nach rechts. Dünen, Schilf. Wind, Sonne. Auf einmal standen wir am oberen Dünenrand und konnten den Strand überblicken. Menschen, Musik und die Ostsee, die uns anlachte. So langsam fangen wir an uns wohl zu fühlen auf dem Festival. Nach einem Nickerchen im Sand wollten wir schauen was die DJs so hergaben. Zu allem Überfluss stellte sich heraus, dass es eine Holi-Session gegeben haben musste. Alle waren übersaht von diesem schrecklichen Farbpulver. Nach Glitzer kommt Holi. Wir ließen uns die Laune vom Farbdilemma nicht vermiesen und schwangen die Hufen und Hüften. 

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Irgendwie cool. Zu Hip Hop an einem litauischen Traumstrand tanzen. Anscheinend schien sich die ganze Model-Elite aus dem Baltikum vor Ort zu versammeln. Hübsche Mädchen soweit das Auge reicht. Uns eingeschlossen… Wo Models sind, ist einer nicht weit. Yvan Rodic. Emsig suchte er nach Gesichtern und auch, wie sollte es anders sein, Körpern. 

Mit Hip Hop und Sand zwischen unseren zappelnden Zehen, eröffnete sich uns eine neue Seite des Festivals. So also feiert die litauische Jugend. Der gestrige Bass-Abend war vergessen. Interessant war, dass man auch litauischen Rap zu Ohren bekam und die Leute eine tolle Stimmung verbreiteten. Plötzlich rutschte der Hip Hop ab Richtung Bass, Ghettotech, Grime und 2Step. Nun verstanden wir auch den gestrigen Abend voller Gewummer. Irgendwie liegt die Musik nah beieinander, aber ist doch verschieden. Man kann sich dem nicht entziehen, es reißt einen mit. Ein Fünkchen R&B schwingt immer rein, dazu für uns ungewohnte Musik, die immer mehr gefällt. Uns wurde langsam klar, dass wir diejenigen sind, die aus ihrer rosa Postdiscowolke der 80er rauskommen müssen und es wert ist über den Tellerrand zu schauen. 

by Berit

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Wer den zuckersüßen 120bpm überdrüssig wird und bereit ist von den üblichen glatt gestrichenen Disco-und Housesounds abzuweichen, sollte sich also diesen Sommer für das Satta Outside Festival entscheiden. Auf Euch wartet dann nicht nur frischer neuer Festivalwind sondern auch eine jungfräuliche Küstenperle unter den litauischen Städtchen. Auch Deutschland ist beim Satta vertreten. Leisure System und Weboogie steuern Richtung Osten. Den richtigen Swing Swang Swung gibts dann beim Weboogie Floor auf einer der Beachparties. Zum Vorlauschen hier ein Set von Sarah Farina für das Groove Magazin. Apropos. Weboogie organisiert wieder einen Bus zum Satta, freie Plätze gibt es auch noch. Hier bekommt ihr alle nötigen Infos zur Tour.

Satta Outside Festival 08.-11. August, in Sventoji/Litauen

Words by Berit. 

 

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